Wahlverweigerer

Das Volk hat keine Lust mehr. 30 % aller Deutschen haben ihre Stimmabgabe zur letzten Bundestagswahl verweigert.

Und das nicht etwa, weil das Wetter zu schön, der Wahlzettel verloren oder die Wähler verschlafen haben. Nein, ganz bewusst haben zwei Drittel der Nichtwähler auf ihre Stimmabgabe verzichtet.

Die Wähler sind frustriert, können offenbar mit der politischen Elite in unserem Land nichts mehr anfangen und resignieren oder versuchen wenigstens auf diesem Weg ihrem stillen Protest Ausdruck zu verleihen.

Es ist durchaus nicht so, dass das politische Interesse fehlt – im Gegenteil.

Viele engagierte, am gesellschaftlichen Leben interessierte, auch junge Wähler machen den Zirkus, der da oben veranstaltet wird nicht mehr mit.

Waren es vor zwei Jahrzehnten noch die Grünen, die sehr viele Jungwähler mobilisieren konnten, so zeigt sich heute selbst in diesem Lager mehr und mehr Resignation.

Zu etabliert ist die einstmals mit jugendlichem Schwung auftretende Partei geworden. Kein Turnschuh Protest mehr im Bundestag mit Blümchen auf dem Pult sondern angepasst sitzen sie mittlerweile im Parlament. Mit Schlips und Kragen!

Aber nicht nur die Grünen haben ihre Farbe verloren auch Schwarz und Rot gibt es nicht mehr wirklich. Grau wabbert es durchs Plenum. Nichts leuchtet mehr.

Kein Profil mehr, nichts markiges, wirklich engagiertes mehr vorhanden, keine fabelhaften Rhetoriker, wie es etwa Wehner, Strauß, Brand, Schmidt, Kelly waren, große Namen einer längst vergangenen Zeit. Lange schon fehlen die Persönlichkeiten - links wie rechts.

Orientierungslosigkeit macht sich breit. Niemand von diesen aalglatten Herrschaften, die uns regieren kann mit dem Format der Politiker früherer Zeiten, mithalten.

Thalia.de

Ein Einheitsbrei, der sich da in unserer Volksvertretung festgesetzt hat. Ein in sich hinein murmelndes Parlament, das nicht mehr brodelt sondern lustlos vor sich hin simmert.

Früher wurden Debatten mit Spannung verfolgt aber auch geführt.

Da waren Persönlichkeiten unterwegs, denen es noch um etwas ging. Die hatten ihre Ideologie, hatten noch etwas zu vertreten, ob nun Adenauer, Brand oder auch Genscher. Mit Leib und Seele dabei. Ein heute noch hoch verehrter Helmut Schmidt, am Rednerpult brillierend mit geschliffener, messerscharfer Rede!

Aber auch in der Bevölkerung sah es anders aus. Keine Spur von Politikverdrossenheit.

Wem es nicht passte, der ging auf die Straße, war interessiert und informiert. Lohnt sich das heute nicht mehr, gibt es nichts mehr wofür man sich engagieren sollte? Fast schon abgedroschen wirkt es - aber wir sind es nun mal - das Volk!

Leider vorbei – wir schlucken, wollen unsere Ruhe haben.

Lethargie macht sich breit – das Schlimmste, was einer Demokratie passieren kann!

Bürger, die resignieren. Zu Hause bleiben, Türe zu – Grabesruh!

Kommentare
Kommentar von Anna Wallau, geschrieben am,25.08.2010 - 09:08
Wie wahr, wie wahr. Ich mach jetzt auch die Tür zu!

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